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Familiengrundschulzentren in den Landtagswahlprogrammen der Parteien in NRW

Immer mehr Grundschulen in NRW entwickeln sich zu Familiengrundschulzentren. Mit Blick auf die Landtagswahl im Mai widmen sich auch die Landtagswahlprogramme der im Landtag vertretenen demokratischen Parteien dem Thema (gelistet nach alphabetischer Reihenfolge).

CDU: Die CDU findet die „Übertragung der Idee von Familienzentren der Kindertageseinrichtungen in den Schulbereich ist sinnvoll“ und unterstützt deshalb „die Entwicklung von Grundschulen zu sozial-räumlichen Knotenpunkten und einer Anlaufstelle für Familien sowie zu Orten der Begegnung, Beratung und Begleitung für Kinder und ihre Eltern“. So sollen vor allem an „Standorten mit vielfältigen Herausforderungen“ noch mehr Schulen zu Familienzentren ausgebaut werden.

FDP: Die FDP nimmt ebenso Bezug auf die Anknüpfungspunkte zu den „erfolgreichen Familienzentren im Kita-Bereich. Generell soll mit dem Konzept laut Programm „allen Grundschulkindern und ihren Familien“ eine „erfolgreiche Grundschulzeit“ ermöglicht werden. Konkret sollen „schnellstmöglich und landesweit 300 Familiengrundschulzentren“ neu eingerichtet und dauerhaft finanziell abgesichert werden. Der Fokus liegt dabei auf „Grundschulen in Quartieren mit besonderen Bedarfen“ und dem Beitrag von Familiengrundschulzentren zu mehr Bildungsgerechtigkeit.

Grüne: Die Grünen NRW sehen ebenfalls Parallelen zu den Kita-Familienzentren und wollen Grundschulen zu „Orten der Bildung, Beratung, Begegnung und Unterstützung von Familien weiterentwickeln“. Durch eine Vernetzung der Kita-Familienzentren, der Familiengrundschulzentren sowie anderer Einrichtungen im Stadtteil soll das Ziel einer „ganzheitlichen Beratung und Hilfestellung“ für Familien erreicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, soll die “Familienbildung, Familienpflege und Familienberatung” gestärkt werden.

SPD: Auch die SPD möchte das „erfolgreiche Konzept der Familienzentren“ an Schulen auf- und ausbauen. So sollen an Familiengrundschulzentren alle Angebote der Familienbildung und alle Unterstützungsprogramme gebündelt werden, damit Eltern erleichtert werden, „den Bildungserfolg ihrer Kinder zu unterstützen“. Im Vordergrund steht u.a. eine Stärkung der Familienbildung im Sozialraum. Dafür sei neben einer sicheren Förderung der Maßnahmen auch eine „gute Verzahnung der Arbeit der einzelnen Träger und der Familienzentren notwendig”. Weiterhin könnten an den Familiengrundschulzentren sowohl Familienbüros andocken als auch Angebote der gesundheitlichen Prävention angeboten werden (u.a. Sportangebote, Angebote zur Förderung der Zahngesundheit).

Passagen aus den Wahlprogrammen mit Seitenangaben

Wahlprogramm CDU NRW (S.67,68):

„Die Übertragung der Idee von Familienzentren der Kindertageseinrichtungen in den Schulbereich ist sinnvoll und ergänzt den Gedanken der vernetzen Strukturen. Solche Familiengrundschulen verstehen sich als multiprofessionelles Netzwerk zur Unterstützung von Familien im Quartier.

  • Wir unterstützen die Entwicklung von Grundschulen zu sozial-räumlichen Knotenpunkten und einer Anlaufstelle für Familien sowie zu Orten der Begegnung, Beratung und Begleitung für Kinder und ihre Eltern.
  • Wir wollen dazu beitragen, noch mehr Schulen zu Familienzentren auszubauen und so gerade an Standorten mit vielfältigen Herausforderungen eine nachhaltige Absicherung zu gewährleisten.”

Zum Wahlprogramm der CDU NRW

Wahlprogramm FDP NRW (S.8):

„Mit den Familiengrundschulzentren haben wir ein neues Konzept in Nordrhein-Westfalen geschaffen, das an die erfolgreichen Familienzentren im Kita-Bereich anknüpft. Wir wollen damit allen Grundschulkindern und ihren Familien eine erfolgreiche Grundschulzeit ermöglichen und sie stark machen für die weiteren Herausforderungen auf ihrem Bildungsweg. Wir wollen schnellstmöglich und landesweit 300 Familiengrundschulzentren neu einrichten und deren Finanzierung dauerhaft sichern. Damit werden zehn Prozent unserer Grundschulen in Quartieren mit besonderen Bedarfen für mehr Bildungsgerechtigkeit zu Familiengrundschulzentren ausgebaut.”

Zum Wahlprogramm der FDP NRW

Wahlprogramm Grüne NRW (S.56/57):

„Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder. Dadurch entstehen viele Fragen und Unsicherheiten, aber auch einfach das Bedürfnis nach Austausch. Kitas, die zu Familienzentren weiterentwickelt wurden, sind solche Orte des Austauschs, der Weiterbildung und einer niedrigschwelligen Unterstützung von Eltern. Wir wollen Kitas und Träger auf dem Weg zu Familienzentren unterstützen und diesen möglichst bürokratiearm gestalten. Die Fragen, die Eltern haben, hören nach der Kita nicht auf. Im Gegenteil: Der Übergang von der Kita zur Grundschule und die Unterstützung von Familien, die Grundschulkinder haben, ist ebenso wichtig. Grundschulen werden wir daher zu Orten der Bildung, Beratung, Begegnung und Unterstützung von Familien weiterentwickeln. Die Vernetzung der Kita- und Grundschulfamilienzentren mit anderen Einrichtungen im Stadtteil, in dem Eltern leben, führt zu einer ganzheitlichen Beratung und Hilfestellung. Um dies zu erreichen, wollen wir die Familienbildung, Familienpflege und die Familienberatung in NRW stärken. Wir setzen uns für eine Familienbildung ein, die von den Kindern, Jugendlichen und Eltern mitgestaltet wird.”

Zum Wahlprogramm der Grünen NRW

Wahlprogramm SPD NRW

S.18: „Viel in der Bildung entscheidet sich in der Familie, und deshalb wollen wir Bildung ganzheitlicher angehen. Das an Kitas erfolgreiche Konzept der Familienzentren wollen wir auch an Schulen aufbauen und ausbauen. Dort sollen alle Angebote der Familienbildung und alle Unterstützungsprogramme gebündelt werden. Das erleichtert es Eltern, den Bildungserfolg ihrer Kinder zu unterstützen.”

S.19: „Das Angebot der Familienbüros kann auch bei den neu an den Schulen geschaffenen Familienzentren angedockt sein – damit Familien mehr Zeit für ihre Bedarfe und Bedürfnisse haben.”

S.23: „Jedes Kind soll sein volles Potenzial entfalten können. Dabei darf Herkunft nicht länger über Zukunft entscheiden. Hürden, die aus den verschiedenen Ausgangssituationen von Kindern resultieren, räumen wir beiseite. Hier leisten Familienzentren hervorragende Arbeit. Familienzentren sind Orte, an denen Familien gebündelt Informationen und Angebote bereitgestellt bekommen. Sie fördern Kinder individuell und unterstützen Familien umfassend. Viele Kitas gehen hier schon mit gutem Beispiel voran. Wir wollen dieses Konzept an allen Grundschulen ermöglichen. An diesen Grundschulen sollen Förder- und Hilfsangebote unter einem Dach vereint werden. Auch die Eltern sollen gut begleitet werden. Ein wichtiges Instrument dafür ist die Familienbildung, dazu gehören unter anderem niedrigschwellige Formate des Austauschs, Spielgruppen, Forschungsprojekte oder Familienfreizeiten. Zur Stärkung der Familienbildung im Sozialraum ist nicht nur eine sichere Förderung der Maßnahmen, sondern auch eine gute Verzahnung der Arbeit der einzelnen Träger und der Familienzentren notwendig. Das hilft auch Kommunen und Quartieren, die besonders stark von Bildungs- und Einkommensarmut betroffen sind: Kein Kind soll aufgrund des Wohnorts oder der finanziellen Situation der Eltern benachteiligt sein. Alle Kinder starten mit uns gut ins Leben.”

S.36: „Für Familien wollen wir in den von uns neu geschaffenen Familienzentren an den Schulen Angebote zur gesundheitlichen Prävention anbieten: Gesunde Ernährung, Sportangebote, Angebote zur Förderung der Zahngesundheit und die Begleitung durch Hebammen. All das trägt zu besserer Gesundheitsvorsorge bei und senkt damit mittel- und langfristig die Gesundheitskosten insgesamt. Ein Zugewinn an Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger sowie eine Entlastung für das Gesundheitssystem.”

Zum Wahlprogramm der SPD NRW 

Gregor Entzeroth, Wübben Stiftung

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