Gemeinsam für einen sauberen Stadtteil
Beim Clean Up Day sammeln Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern in Duisburg-Marxloh Müll und bewirken mehr als bloße Sauberkeit.
Am letzten Schultag vor den Osterferien ist es laut auf dem Schulhof der KGS Henriettenstraße. Dabei hat es noch gar nicht zur großen Pause geschellt. Ausgestattet mit Warnwesten und Greifzangen machen sich Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern und Eltern auf den Weg durch den Stadtteil. Ihr Ziel: ein sauberer Stadtteil. Daher vernetzen sich Schulen, Kitas, Familiengrundschulzentren und weitere Akteure für den Clean Up Day.
Dem Aktionstag ging eine Projektwoche voraus, in der sich die Kinder intensiv mit Müllvermeidung und –trennung im Rahmen von Nachhaltigkeit und Natur auseinandergesetzt haben. Der Clean Up Day mitsamt verschiedener Mitmachangebote bildet den Abschluss. In einem Müllparcours vermitteln die Müllhelfer der Wirtschaftsbetriebe Duisburg beispielsweise spielerisch Wissen zur richtigen Mülltrennung. Daneben entstehen am Bastelstand der Leitungen der Familiengrundschulzentren kreative Kunstwerke rund um das Thema Natur, während die AWO-Familiengrundschulzentren gemeinsam mit den Kindern Blumensamen einpflanzen.
Einige Meter weiter liegt ein Banner mit der Aufschrift ,,Clean Up Day Marxloh‘‘ des Quartiersbüros aus, das die Kinder gestalten und das in den kommenden Jahren immer wieder aufgehängt werden soll. „So werden sie selbst Teil der Aktion und erkennen sich später darin wieder“, erklärt Sarah Nett, Leiterin des Familiengrundschulzentrums der KGS Henriettenstraße. Und für die Eltern? Für sie steht das Kaffeemobil der Pfarrei St. Johann bereit.
Mehr als nur Müll sammeln
Der Clean Up Day ist weit mehr als eine einmalige Aufräumaktion. Die Beteiligten wollen, dass die Kinder Mülltrennung und -vermeidung im Alltag mitdenken – und das Thema mit nach Hause nehmen. Der mittlerweile zum dritten Mal stattfindende Aktionstag wurde von Judith Crichton, Koordinatorin der Familiengrundschulzentren bei der Stadt Duisburg, initiiert: „Inzwischen streue ich nur noch die Informationen. Über die Jahre haben wir uns ein breites Netzwerk aufgebaut. Das Engagement und die Aktionen kommen von den beteiligten Akteuren selbst.“
Die Idee dahinter: Die Kinder liefern den Startschuss für ein Umdenken im Stadtteil. „Es ist wichtig mit Kindern Themen zur Umwelt und Nachhaltigkeit zu behandeln. Aber in einem Stadtteil wie Marxloh hat es eine besondere Bedeutung. Hier sind es oft die Kinder, die Themen in die Familien hineintragen – nicht umgekehrt“, sagt Maxi Karatzias, Leiterin des Familiengrundschulzentrums der Regenbogenschule.
Begegnung schaffen, Teilhabe ermöglichen
Aktionen wie der Clean Up Day verdeutlichen die zentrale Rolle der Familiengrundschulzentren als Orte der Begegnung und Schulöffnung für die Eltern und den Stadtteil. „Unser Ziel ist es, Eltern stärker in das Schulleben einzubeziehen und ihnen niedrigschwellige Zugänge zu ermöglichen“, erklärt Karatzias. Der Aktionstag schafft genau diesen Raum.
„Uns ist es wichtig, dass Bewusstsein für das Thema Umweltschutz und Mülltrennung weiter zu stärken und gemeinsam mit den Eltern noch aktiver im gesamten Stadtteil zu verankern.“
Dass das Thema Müll im Stadtteil problematisch ist, ist kein Geheimnis. Die Ursachen scheinen vielfältig. „Uns ist es wichtig, dass Bewusstsein für das Thema Umweltschutz und Mülltrennung weiter zu stärken und gemeinsam mit den Eltern noch aktiver im gesamten Stadtteil zu verankern‘‘, so Sarah Nett. Für rund 300 Kinder ist der Clean Up Day ein erlebnisreicher Tag – und für Marxloh ein kleiner, wichtiger Schritt zu mehr Sauberkeit und Umweltbewusstsein.
WEITERE INFORMATIONEN
Text: Merle Flaßkamp, Wübben Stiftung Bildung
Fotos: © Wübben Stiftung Bildung/Merle Flaßkamp
Kommune: Duisburg am Rhein




